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Event flyer, Bern Progr, 21.09.202., 19h30

Event: Freiheit & Digitalisierung (21. Sept., Bern)

Am Montag abend darf ich im Progr in Bern einige Themen meines Essays zum Thema Freiheit im digitalen Zeitalter aufgreifen und mit illustren Gästen darüber diskutieren. Ich habe sogar das Vergnügen, den Anlass mit einem Kurzreferat einzuleiten.

Wer kommt — und es würde mich natürlich sehr freuen, Dich/Euch/Sie dort zu sehen — kann mit Ausführungen zu diesen drei wichtigen Sätzen meines Fazits rechnen:

Freiheit im digitalen Zeitalter ist bedingt durch die Möglichkeit zur sowohl individuellen als auch kollektiven Selbstbestimmung. Dafür müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die in dieser Hinsicht auch echten Handlungsspielraum und Wahlfreiheit eröffnen. Ob diese vorhanden sind oder nicht hängt genauso, wenn nicht noch mehr, von der Gouvernanz wie von der Technologie ab, denn Organisationsstruktur, Entscheidungs- und Partizipationsprozesse sind mindestens ebenso wichtig wie technische Optionen und Implementierungen.

Diagnose: Ambivalenz. Freiheit im digitalen Zeitalter

“Freiheit” ist natürlich ein weiter Begriff. Deshalb lädt die Eventseite auch ein, einen eigenen Definitionsversuch zum Thema “Was ist Freiheit” zu verfassen.

Mein Beitrag stammt aus der Kurzbio des Buches, in welchem mein Essay erschienen war. (Er ist im Bild ersichtlich.)

Der Anlass wird von der Anny-Klawa-Morf-Stiftung gefördert und die Podiumsgäste sind die Nationalrätin Tamara Funiciello, die Politikwissenschafterin Cloé Jans, der Ständerat Hans Stöckli, sowie der Zürcher Gemeinderat Jean-Daniel Strub. Die Moderation übernimmt die Nationalrätin Min Li Marti.

Wer die Schweizer Politiklandschaft ein wenig kennt, sieht den Elefanten im Raum wahrscheinlich schnell: Von den sechs Personen, die auf der Bühne stehen werden, sind vier(!) Politikerinnen und Politiker der SP (Sozialdemokratische Partei).

Der letzte Satz des Eventbeschriebs lässt erahnen, warum das so ist:

Die neuen Technologien haben neue Möglichkeiten geschaffen. Wissen und Information sind breit zugänglich geworden. Aber auch Propaganda und Desinformation. Zudem haben sich für Staaten wie für private Firmen neue Möglichkeiten zur Überwachung ergeben.

Was bringt uns die schöne neue digitale Welt? Mehr Freiheit, mehr Wissen und mehr Entfaltungsmöglichkeiten? Oder mehr Überwachung, weniger Jobs und manipulierte Demokratien? Und hat die Sozialdemokratie das Thema Digitalisierung verschlafen?

Eventbeschrieb

Tatsächlich basiert die Diskussionsreihe auf dem Buch Freiheit, welches von Min Li Marti und Jean-Daniel Strub mit dem Wunsch editiert wurde, die Diskussion zum Thema Freiheit und Sozialdemokratie (neu) zu entfachen. Als es vor einem Jahr erschien, titelte denn auch die NZZ ihre Rezension darüber wie folgt: “Die SP gilt als Partei der Gleichheit, nicht der Freiheit. Das wollen zwei Zürcher Sozialdemokraten ändern.”

Für meinen eigenen Essasy wie auch für mein Referat morgen ändert all dies jedoch wenig. Zwar hatte ich bis jetzt bei meiner eigenen Arbeit noch kaum mit Parteipolitik zu tun, und auch persönlich gehöre ich keiner politischen Partei an. Ich bin aber meistens für mehr Dialog und Brücken zwischen verschiedenen Kreisen, und freue mich deshalb auf den Anlass und die Diskussion.

Eine Meinung zum Internet? Diskutiere mit am Swiss IGF 2020

Das Wichtigste zuerst: Am 28. September findet das Swiss Internet Governance Forum 2020 (kurz: Swiss IGF 2020) statt. Virtuell. Die Teilnahme steht allen offen, solange das Anmeldeformular bis am 22. September ausgefüllt wird.

Ursprünglich war das Swiss IGF 2020 für März 2020 geplant gewesen ¯\_(ツ)_/¯ Fantastischerweise konnte das ursprüngliche Programm in den grössten Teilen beibehalten werden, wenngleich die “Parallelsessionen” für die Online-Version mit Simultanübersetzung nun nicht mehr parallel laufen können.

Das Programm ist auf der Swiss IGF 2020 Seite zu finden.

Weitere Änderung zu vorherigen Swiss IGF sind vor allem logistischer Natur: Während in früheren Jahren die Anreise an den Durchführort erbracht werden muss, braucht es in diesem Jahr ein Gerät mit Internetanschluss. Und der Zmittag wird nun nicht offeriert.

Warum ich überhaupt darüber schreibe? Seit über einem Jahr engagiere ich mich freiwillig in der Kerngruppe des Swiss IGF, sozusagen das Organisationskommittee der Freiwilligen, die das Ganze gemeinsam auf die Beine stellen.

Als ich im Spätherbst 2018 zum ersten Mal persönlich Teil am Swiss IGF teilnahm, war ich von der Breite der Themen und teilnehmenden Stakeholder sofort begeistert. Da trafen sich Politikerinnen und Politiker, Bundesangestellte, Forschende, interessierte Leute aus der Zivilgesellschaft und aus der Privatwirtschaft, um zusammen über das Internet zu diskutieren. Die programmierten Themen reichten damals von Swiss-ID über Netzsperren bis hin zu Digital Health.

Diese Breite ist das erklärte Ziel des Swiss IGF (siehe: Über das Swiss IGF), und rege Debatten übrigens auch. Es sind zwar kurze Inputreferate vorgesehen, aber die Hauptzeit der Programmpunkte gehört dem Austausch.

Auch dieses Jahr wird das Swiss IGF spannend werden: Wir diskutieren über Bibliotheken, Digitale Kompetenzen in der Verwaltung, die Herausforderung Digitale Märkte und Internet-Plattformen uvm. Ich freue mich jetzt schon.

Swiss IGF 2020: Anmeldung bis am 22. September 2020.