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Anna in action 2019: vom Swiss Economic Forum zur Business Innovation Week

Nachderm ich im Herbst 2018 aus den Vereinigten Staaten zurück in die Schweiz gezogen bin, dachte ich, ich würde mich nun wieder langsam an mein neues altes Zuhause gewöhnen und alles ein bisschen ruhiger angehen. So im Sinne von Work-Life-Balance und so. Wenn ich nun aber auf dieses Jahr zurückschaue merke ich, dass viel mehr los war als ich eigentlich vorhatte — und dass mir dabei pudelwohl war. “Ruhig angehen” scheint nicht unbedingt mein Ding zu sein…

Zusätzlich zu meiner Forschung und anderen arbeitsrelevanten Verpflichtungen habe ich nämlich begonnen, mich aktiver (und auch ohne direktes Forschungsimperatif) für Schweizer Wirschafts- und Innovationinitiativen zu interessieren. Denn homogene Umfelder sind selten förderlich, und Brücken bauen ist enorm wichtig. Daher nun diese persönliche, in einem Bereich fokussierte Zusammenfassung von 2019:

Swiss Economic Forum & Swiss Innovation Forum

Dank persönlicher Empfehlungen (merci!) und meiner Affinität für die sozialen Aspekte algorithmischer Systeme hatte ich die Gelegenheit, an beiden Foren in privilegierter Rolle teilzunehmen. Da es sich beide Male um sogenannte “closed door” Events handelte kann ich hier leider nicht viel mehr mitteilen.

Aber einen öffentlichen Tweet einbinden darf ich schon, oder? 😉

Sowohl inhaltlich wie auch hinsichtlich der Teilnehmenden waren dies zwei überaus spannende Anlässe.

Shift 2019

Foto: Louis Rafael Rosenthal

An der Shift dreht sich alles um digital Ethik im Privatsektor. 2019 war die erste Ausgabe dieser Konferenz (und die Daten für 2020 stehen bereits fest). Auch wenn ich im Februar nicht in Topform war konnte ich persönlich doch viel von dieser einzigartigen Konferenz im deutschsprachigen Raum mitnehmen

Online Marketing Konferenz

An der Online Marketing Konferenz durfte ich über Datenethik sprechen und darüber, welche Ansätze heute wirklich innovativ wären… A propos Datenethik: welche Metapher ist wohl im obigen Bild illustriert? (Und a propos Metaphern: Mein Beitrag war stark inspiriert von der tollen Analyse von Metaphern der beiden sozialwissenschaftlichen Internetresearcher Luke Stark und Anna Lauren Hoffmann, deren wissenschaftliche Publikation hier und ein vielleicht etwas zugänglicherer Artikel hier gelesen werden können.)

Connecta

Auch an der Connecta liess man mich über Datenethik und Innovation sprechen. Was mich besonders freute: mein Vortrag fand im Claude-Nicollier-Raum statt.

Auf dem Foto sieht man Claude Nicollier leider nicht, da er zwar auch auf der Mauer aber weiter rechts von mir abgebildet ist.

Business Innovation Week

An der Business Innovation Week sass ich zusammen mit zwei Grünliberalen und einem Microsoftangestellten in einem Panel mit einem eher merk-würdigen Namen und brachte alle drei zum Lachen.

Photo: Andreas Kriesi (via FB)

Was ich sagte, und warum ich meine Hand ausstreckte, weiss ich nicht mehr. Aber ich erinnere mich, dass vor dem Panel Andy Fitze einen tollen Vortrag über die Komplementarität von AI und Menschen hielt. (Andy, das Bild der “smartest” Kreuzung als Steigerung einer “smarten” Kreuzung hab ich immer noch im Kopf!)

Mal schauen, was 2020 in diesem Bereich so bringen wird… Bring it on!

Digitalkompetenzen im Kontext (uvm)

Am 8. Mai 2019 durfte ich auf Einladung der EMEK/COFEM (der eidgenössischen Medienkommission, resp. der commission fédérale des médias) zusammen mit Friederike Tilemann den ersten Drittel eines überaus spannenden Nachmittagsprogramms zum Thema “Streamingdienste und Plattformen: Herausforderungen für Medien & Öffentlichkeit” bestreiten. Wir thematisierten Medien- und Digitalkompetenzen, danach sprachen Judith Möller und Sébastien Noir über die Relevanz von Algorithmen, und zuletzt widmeten sich Natascha Just und Wolfgang Schulz dem Thema Gouvernanz. Der Anlass war öffentlich und gut besucht. Im Folgenden nun ein subjektiver Allerkürzestbericht meinerseits, einschliesslich einer — wie ich doch hoffe — lesefreundlichen Version meiner Eingangspräsentation. Denn, wie heisst es so schön: sharing is caring.

Nach den Grussworten des EMEK/COFEM-Präsidenten Otfried Jarren stellte Manuel Puppis den derzeitigen Stand des Arbeitspapiers der Kommission vor. Die Erkenntnisse des Tages sollen in die bevorstehende neue Version des Dokuments einfliessen. Dies habe, zusammen mit dem Wille zur Förderung des öffentlichen Dialogs, den heutigen Anlass motiviert. Danach teilte Friederike Tilemann ihr Expertenwissen über Medienkompetenzen: gerade Heranwachsende brauchen sowohl Kompetenzen als auch Schutz, um gewinnbringend mit Medien umgehen zu können. Und erstere beinhalten nicht nur Nutzung, sondern auch Wissen, Kritikvermögen, reflektiertes Handeln und Gestaltungsfähigkeit.

Dadurch wurde mir natürlich ganz komfortabel ein Ball zugespielt, den ich nun ins Feld der Digitalisierung bringen konnte. Denn das meiste, was bisher zu Medienkompetenzen gesagt worden ist, bleibt wichtig und relevant. [Das ist übrigens auch aus Genners “Kompetenzen und Grundwerte im digitalen Zeitalter” ersichtlich.] Ich biete keinen Widerspruch sondern Ergänzung an.

Meine Präsentation ging ebenfalls auf die Frage ein, wie mit digitalen Medien umgegangen werden kann, aber aus einer etwas andern Perspektive. Mein Hintergrund ist einerseits in Soziologie, Volkswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, andererseits bringe ich durch meine Vergangenheit als selbständige Social Media Beraterin auch praktische Erfahrungen mit. Untenstehend nun meine Folien — die ich, um der Mehrsprachigkeit der Schweiz an diesem gesamtschweizerischen Anlass wenigstens halbwegs gerecht zu werden, auf französisch verfasst hatte — sowie ein ungefähres Transkript meiner 10minütigen Präsentation, angereichert mit Klammerbemerkungen und ein paar Links. Continue reading

SGS-SSS: Call for papers // Appel à contributions

Tl;dr (in English): Together with a brilliant colleague of mine I organize a panel at the Congress of the Swiss Sociological Association (held in Zurich, June 21-23) about the political dimensions of digital platforms. Please consider contributing in English, German or French by February 20, 2017.

Cf. plus bas pour la version française.

Alle zwei Jahre findet der Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie statt, das nächste Mal am 21.-23. Juni in Zürich. Zusammen mit Loïse Bilat organisiere ich dort einen akademischen Workshop zum Thema der Informationsfragmentierung aus soziotechnischer Sicht. Der Workshop ist aus der Konvergenz unserer Forschungsinteressen heraus entstanden, denn meine Kollegin ist spezialisiert auf die Analyse ideologisches Gedankenguts, insbesondere der neoliberalen Ideologie. Dazu laden wir interessierte Forschende ein, ihre Ergebnisse und/oder Überlegungen auf englisch, deutsch oder französisch vorzustellen und zu diskutieren.

Common-Good-and-Self-Interest-Sociology-Switzerland-Conference

Hier unser “call for contributions”:

Politische Dimensionen digitaler Plattformen: ein soziotechnischer Ansatz der Informationsfragmentierung

Stichworte: Soziotechnik, STS, Medienepistemologie, Politische Soziologie, Ideengeschichte

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